2014 Namibia Engela/Namibia

Das Operationsteam stand unter der Leitung von Dr. Thomas Schwarz, der von den Operationsschwestern Regina Schwarz, Annette Kaiser und Antonia Brughellis unterstützt wurde.

Ziel des Vereins ist es, den Ärmsten der Armen in der dritten Welt augenärztliche Hilfe zu leisten. In diesem Jahr führte der Hilfseinsatz das Team von der Mosel nach Nordnamibia an die Grenze zu Angola. Zwei Ziele wurden gesetzt- zum einen Operationen in möglichst großer Zahl bei an grauem Star erblindeten Bedürftigen durchzuführen und zum anderen bei Reihenuntersuchungen in Schulen in ärmsten Gegenden auffällig schwachsichtige Kinder genau zu untersuchen und ihnen neue Brillen anzupassen. Das Operationsteam stand unter der Leitung von Dr. Thomas Schwarz, der von den Operationsschwestern Regina Schwarz, Annette Kaiser und Antonia Brughellis unterstützt wurde. In einer Woche konnten zusammen mit drei einheimischen Operateuren im Krankenhaus in Engela 331 Patienten oft auch an beiden Augen erfolgreich operiert und ihnen das Augenlicht zurückgegeben werden. Dank mitgebrachter moderner Geräte und Faltlinsen konnten viele Patienten mit der Phakoemulsifikationstechnik mit kleinsten Schnitten versorgt werden. Vom 17-jährigen Knaben mit einem Unfallstar bis zur alten Häuptlingsfrau von 97 Jahren reichte das Operationsspektrum. Tief gerührt waren wir über die Freude einer 20-Jährigen, die nach 2 Jahren Blindheit morgens bei der Visite die Welt wieder klar sehen konnte. Die Arbeit im Operationssaal begann morgens um 8 Uhr und dauert häufig bis 21 Uhr abends. 

Unser Optikerteam unter der Leitung von Hans Peter Platten wurde verstärkt durch die Orthoptistin Evelyn Backes und die Augenarzthelferin Marion Muszarsky. Dieses eingespielte Team war schon mehrmals im Einsatz bei der Reihenuntersuchung von armen Schulkindern. In diesem Jahr wurden alle Rekorde gebrochen. Über 6000 Schulkinder in 10 verschiedenen Landschulen wurden untersucht, bei über 400 Schülern Fehlsichtigkeiten festgestellt und 320 Kinder letztendlich mit Brillen versorgt. Das Team hatte über 500 neue Brillenfassungen mitgebracht, von denen sich die Kinder dann eine aussuchen konnten. Die strahlenden Augen der Kinder mit ihren neuen Brillen können sie auf den beigefügten Bildern sehen. Dieses riesige Arbeitspensum unter schwersten Bedingungen in der vorgegebenen Woche zu leisten war nur möglich Dank mitgebrachter  modernster Technik zur Brillenglasbestimmung ( PLUS Optics, Multivision-Refraktionssystem mit Computerbildschirmtechnik). Das Optikerteam kam abends oft erst um 22 Uhr zurück, total eingestaubt vom Wüstensand und hungrig. Die Mitarbeiter hatten ihr letztes gegeben, auch die mitgenommenen Butterbrote hatten sie an die Kinder verteilt, die in der Regel stark unterernährt waren und als einzige Speisung nur ein karges Mittagessen in der Schule bekamen. Wenn man so viel Armut und Elend sieht, wird man wieder bescheiden. 

Dennoch: einen Fehler hatten wir gemacht - als Fußballweltmeister hatte man von uns ein paar Nationalmannschaftstrikots erwartet, diese hatten wir aber leider vergessen. Zum Abschluss der Augenkampagne gab der Gouverneur der Ohangwena Region eine tolle Abschlussparty und lud uns herzlich wieder für das nächste Jahr ein. 

Zwischenzeitlich werden die Gläser in die Kinderbrillenfassungen in Deutschland von der Firma Optik Platten eingeschliffen und dann von Optikermeister Hans-Peter Platten im September bei den Kindern persönlich in den Schulen ausgeliefert und angepasst. Ausgepowert aber hochzufrieden und unversehrt kehrte das Team vom Einsatz nach Hause zurück, dennoch plagte die meisten eine leichte Erkältung, da in Namibia zurzeit bei Tagestemperaturen bis 28 Grad Celsius nachts sogar Minusgrade herrschten. Ende August wird ein weiteres Operationsteam nach Namibia fliegen- in Oshikango warten schon über 300 Blinde auf die Hilfe, dieses Mal unter der Leitung von Dr. Andreas Künster und Dr. Andreas Chantzaras. Bedanken möchten wir uns bei allen Gönnern, Freunden und Förderern des Vereins KIDS AND POORS EYES INTERNATIONAL e.V., die diesen Einsatz mit ihren Spenden ermöglicht haben.