2013 Namibia

Ein Team des Vereins Kids and Poors Eyes International e.V. war auch in diesem Jahr im September zu einem augenärztlichen Hilfseinsatz in Oshakati, im Norden von Namibia.

Ein Team des Vereins Kids and Poors Eyes International e.V. war auch in diesem Jahr im September zu einem augenärztlichen Hilfseinsatz in Oshakati, im Norden von Namibia. Der Augenarzt Dr. Thomas Schwarz aus Bernkastel-Kues wurde begleitet von seinen Mitarbeiterinnen Regina Schwarz, Annette Kaiser und Antonia Brugellis. In Namibia gesellte sich Philipp Schwarz, Assistenzarzt der Universitätsaugenklinik Greifswald, der in der Augenklinik in Windhoek vier Wochen hospitierte, zum Team. Ziel war es, im bevölkerungsreichen Norden Namibias, in Oshakati, über 300 am grauen Star erblindete bedürftige Einwohner, zu operieren.

 Hierfür wurde im State Hospital in Oshakati, das auch über eine kleine Augenabteilung verfügt, eine Operationswoche, ein sogenanntes Eyecamp, von der staatlichen Gesellschaft zur Verhütung von Blindheit organisiert. Neben zwei einheimischen Operateuren waren auch ein Augenarzt aus Amerika und ein Augenarzt aus England angereist. So konnten von sechs Operateuren die schwierigen Operationen in kurzer Zeit durchführt werden. Mit unserer kleinen Operationsmaschine aus der Schweiz war es bei fast allen Patienten möglich, eine Phakoemulsifikation (Ultraschallzertrümmerung mit Kleinschnittechnik) durchzuführen. Diese Methode ist die übliche Operationstechnik in Europa und Amerika. In der dritten Welt wird meist mit der ECCE-Methode mit einem 6-8 mm großen Schnitt der graue Star operiert.

Bei der Ultraschalloperationsmethode ist nur ein Schnitt von 2,8 mm notwendig, hierdurch ist eine schnellere Heilung möglich und es besteht eine deutlich geringere Infektionsgefahr. Bunt war das Spektrum der Patienten- vom 16-jährigen, der sein Augenlicht durch einen Unfall verloren hatte bis hin zu einer Patientin im gesegneten Alter von 101 Jahren. Diese Patientin war Jahre lang komplett erblindet, man kann sich die Freude der Patientin vorstellen, als sie wieder sehen konnte. 

Zum Abschluss des Eyecamp besuchte der Gesundheitsminister von Namibia Richard Kamwi die Operateure und dankte ausdrücklich für die großzügigen Spenden des Vereins Kids and Poors Eyes International e.V. (Operationsmaterialien im Wert von über 9000 Euro). Er bedankte sich auch nochmals für die Spende des YAG –Lasers in Wert von 30000 Euro, der vor zwei Jahren in der Augenabteilung in Oshakati aufgebaut wurde. Der Laser war bestens gepflegt und ständig im Einsatz, um bei operierten Patienten den Nachstar zu entfernen. Früher mussten die Patienten für diesen Eingriff 900 km bis nach Windhoek fahren.

Das Team Dr. Thomas Schwarz beeindruckt von der Herzlichkeit und der Freude der 306 operierten Patienten, die nun wieder sehen können, sagte das Team um Dr. Schwarz für 2014 wieder seine Hilfe zu. Zwei Hilfseinsätze des Vereins sind geplant-im Juli 2014 in Engela und im August 2014 in Oshikuku, beide Orte liegen an der angolanischen Grenze im Norden von Namibia. Im Frühjahr 2014 wird auch ein Eyecamp in Mali mit umfangreichen Operationsmaterialien unterstützt, wegen der politischen Situation will man mit einem erneuten Einsatz in Mali noch zuwarten. Herzlich gedankt sei allen Patienten und Freunden des Vereins, die durch ihre Spenden diese Hilfseinsätze ermöglichen